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Postleitkarten

Postleitkarte Blatt 4, 1905Post wurde über lange Zeit, ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1990er Jahre, mit der Eisenbahn befördert. Das bedeutete, dass die Post zuvor nach den Eisenbahnstrecken, den sogenannten Bahnpostkursen zu sortieren war. Für diese Arbeit in den Briefverteilämtern und in den Bahnpostwagen waren Postleitkarten das wichtigste Hilfsmittel. Als Auszug der „Post- und Eisenbahnkarte vom Deutschen Reich“ (Berlin 1886) dienten sie in erster Linie der Wiedergabe des Streckennetzes der Eisenbahn.

Darüber hinaus zeigten sie sonstige Postbeförderungsmittel im Anschluss an die Bahnpost. Postleitkarten halfen beim Erlernen der Bahnpostkurse, sie wurden als Unterrichtsmittel in der Postgeografie und als amtliche Karte in der Verwaltung verwendet. Ein kompletter Satz der Postleitkarte, die ab 1886 vom Kursbureau des Reichspostamtes herausgegeben wurde, bestand anfangs aus 10 Blättern und erfasste kartografisch das gesamte Reichspostgebiet. Erst mit der Einführung der vierstelligen Postleitzahl in den 1960er Jahren und der damit einhergehenden neuen Form der Briefbearbeitung, verlor die Postleitkarte an Bedeutung.

Kontakt

Mirjam Kasperl

Museologin
Museum für Kommunikation Berlin
Telefon: +49 (0)30 713 027 52
E-Mail: m.kasperl*mspt.de

Mirjam Kasperl ist als Museologin im Museum für Kommunikation Berlin tätig. Dort betreut sie die Kartensammlung sowie die Sammlung der Planzeichnungen und Ansichten historischer Postgebäude. Einen ersten Eindruck von der thematischen Vielfalt der Sammlung vermittelt die Online-Datenbank, die nach Eingabe des Begriffs „Kartografie“ Landkarten und Atlanten auflistet.


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