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Postkurskarten

Postkurskarte von Deutschland, 1795Sie ist das Aushängeschild der Kartensammlung – die Postkurskarte, oft auch als Postrouten- oder kurz als Postkarte bezeichnet. Entstanden ist sie um die Mitte des 17. Jahrhunderts, als sich im europäischen Raum die regelmäßige, jedermann zur Verfügung stehende Personenbeförderung mit der Postkutsche etablierte. Postkarten zeigen den Verlauf der Poststraßen und die Lage der Poststationen. Sie enthalten Angaben zu den Beförderungsarten (reitend, fahrend oder zu Fuß), zur Beschaffenheit der Straßen und zu den Entfernungen zwischen einzelnen Orten. Verschiedene Zeichen markieren Strecken, auf denen Ordinari-, Extra- und Schnellposten verkehrten. Die Postkurskarte war über das gesamte 18. Jahrhundert und noch weit bis in das 19. Jahrhundert hinein eines der gefragtesten Kartenprodukte. Erst mit dem Aufkommen der Eisenbahn verlor sie an Bedeutung.

Die Kartensammlung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation verfügt über eine in Umfang und Vielfalt einzigartige Sammlung an Postkurskarten. Karten deutscher Territorien, aber auch weltweit edierte Exemplare werden hier bewahrt. Die bekannteste Postkurskarte deutscher Provenienz ist die 1714 von Johann Baptist Homann in Nürnberg publizierte „Neu-vermehrte Post-Charte durch gantz Teutschland“. Sie erschien in mehreren Neuauflagen und Kopien über das gesamte 18. Jahrhundert und prägte maßgeblich das Bild dieses Kartentypus.

Kontakt

Mirjam Kasperl

Museologin
Museum für Kommunikation Berlin
Telefon: +49 (0)30 713 027 52
E-Mail: m.kasperl*mspt.de

Mirjam Kasperl ist als Museologin im Museum für Kommunikation Berlin tätig. Dort betreut sie die Kartensammlung sowie die Sammlung der Planzeichnungen und Ansichten historischer Postgebäude. Einen ersten Eindruck von der thematischen Vielfalt der Sammlung vermittelt die Online-Datenbank, die nach Eingabe des Begriffs „Kartografie“ Landkarten und Atlanten auflistet.


Weitere Daten in der Objektdatenbank: Postkurskarten