[ X ]

Ganzsachen

GanzsachenEtwa genauso alt wie die Briefmarken sind auch die „Ganzsachen“. Darunter versteht man Umschläge bzw. Briefbögen mit einem bereits eingedruckten Wertzeichen, aber auch Telefon-Billets und Postanweisungen. Die ersten Ganzsachen der Welt waren die englischen „Mulready-Umschläge“, die ab 1840 in Benutzung kamen. Die mit einem allegorischen Bild bedruckten Briefumschläge wurden bereits zum Ende desselben Jahres zurückgezogen, da es zu Unstimmigkeiten wegen der Gestaltung kam.

Kern des Bestandes der Museumsstiftung Post und Telekommunikation ist die sogenannte „Ganzsachen-Parallelsammlung“ aus dem ehemaligen Reichspostmuseum in Berlin, die nahezu komplett erhalten ist. Spezialsammlern bieten sich mit diesem Bestand zahlreiche Forschungs- und Vergleichsmöglichkeiten mit zum Teil einmaligen Seltenheiten. Vertreten sind neben den Mulready-Umschlägen auch frühe Exemplare wie die „Sardischen Pferdchen“ und zahlreiche Probedrucke von Ganzsachen aus dem Sammlungsbereich „Altdeutschland“.

Aufgrund ihres Motivs werden die Faltbriefe aus Sardinien von 1819 mit dem Briefsteuer-Stempel „Postreiter“ als „Sardische Pferdchen“ bezeichnet. Ganzsachen-Umschlag Württemberg MiNr. U 19, am 9. Januar 1867 von Gmünd nach Besançon in Frankreich verschickt. Ganzsachen-Postkarte mit einer Briefmarke der Deutschen Post in der Türkei MiNr. 6, zur Eröffnung des Zweigpostamtes „Pera“ am 1. März 1900 verschickt. Am 2. Januar 1878 nach Kopenhagen geschickter Ganzsachenumschlag Helgoland MiNr. U 1 mit schöner Zusatzfrankatur. Die erste Ganzsache der Welt ist der „Mulready-Umschlag“ aus Großbritannien vom 6. Mai 1840, der aufgrund seiner Gestaltung oft verspottet wurde.

Kontakt

Dr. Andreas Hahn

Leiter des Archivs für Philatelie Bonn
Archiv für Philatelie Bonn
Telefon: +49 (0)228 185 150
E-Mail: a.hahn*mspt.de

Dr. Andreas Hahn leitet seit 1998 das Archiv für Philatelie der Museumsstiftung am Standort Bonn. Er ist Kunsthistoriker und interessiert sich neben dem philatelistischen Wert der Sammlung auch für die kunst- und kulturhistorische Bedeutung der Sammlungsobjekte. Sein besonderes Interesse gilt den frühen Ausgaben der „Klassik“ sowie Entwurfsprozessen.


 

Weitere Daten in der Objektdatenbank: Ganzsachen