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BTX

BTXDer in Deutschland ab 1980 eingeführte Bildschirmtext – kurz BTX – war ein interaktiver Online-Dienst, der die Funktionen des heutigen World Wide Web vorwegnahm. Beim BTX konnte man online shoppen, Flüge buchen, Börsenkurse beobachten oder Adressen nachschlagen. Private Nutzer konnten aber nur schwer als Anbieter auftreten. Private Homepages waren im BTX die Ausnahme. Mit weniger als einer Million Nutzern blieb dem BTX der große Erfolg verwehrt – vor allem wegen den hohen Nutzungsgebühren.

Für den Zugang benötigte man ein Modem und entweder einen Computer, ein mit Bildschirm und Tastatur aufgerüstetes Telefon (Multitel) oder einen Fernseher mit BTX-Decoder. Öffentliche BTX-Terminals gab es in Postämtern oder Bahnhöfen. Die Daten wurden – wie beim Internet – über das Telefonnetz übertragen. Sie waren auf einem zentralen BTX-Rechner in Ulm und 16 regionalen Knotenrechnern gespeichert, von denen sich einer ebenfalls in unserer Sammlung befindet, ebenso wie Exemplare aller damals erhältlichen BTX-Geräte.

öffentliches Bildschirmtext-Terminal (BTX) BTX-Gerät im Depot in Heusenstamm öffentliches Bildschirmtext-Terminal (BTX)

Kontakt

Dr.-Ing. Tina Kubot

Dr.-Ing. Tina Kubot

Referentin Mediengeschichte
Museum für Kommunikation Frankfurt
Telefon: +49 (0)6104 49 77 220
E-Mail: t.kubot*mspt.de

Dr. Tina Kubot ist Halbleitertechnologin und seit 2017 Referentin für Mediengeschichte. In ihren Zuständigkeitsbereich fallen Informations- und Kommunikationstechnologie wie Radio, Fernsehen und Computer. Funk, Sende- und Studiotechnik gehören ebenfalls dazu, wie auch Bild- und Tonaufzeichnung. Ihr Forschungsinteresse liegt in der Technikgeschichte mit dem Schwerpunkt auf Technikgenese und -entwicklung.


Weitere Daten in der Objektdatenbank: BTX

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