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Briefe

Streifband mit einem Viererblock Sachsen MiNr. 2, von Leipzig nach Kamenz gesandt.Der Brief als Kommunikationsmittel gehört zu den ältesten Sammlungsobjekten der Museumsstiftung Post und Telekommunikation. Bis zur Gründung der Museumsstiftung sammelten die Postmuseen und das Postwertzeichenarchiv hauptsächlich philatelistische Briefbelege – auf die Briefinhalte wurde nur bei gleichzeitiger postgeschichtlicher Relevanz Wert gelegt. Abgesehen von den Briefen der Vor-Briefumschlagszeit, bei denen meist die beschriebene Seite zum Brief gefaltet wurde, besteht das Gros der alten Briefsammlung aus leeren Briefhüllen.

Zu den philatelistischen Highlights gehören der sogenannte „Eichstätt-Brief“, benannt nach seiner Adresse und seinem Fundort, der mit einem Sechserblock des „Schwarzen Einsers“ frankiert wurde, sowie ein Brief aus dem Jahr 1851, der mit dem „Baden-Fehldruck“ versehen ist. Hier wurde für den Druck der 9-Kreuzer-Marke nicht das eigentlich vorgesehene rosafarbene Papier verwendet, sondern irrtümlich ein grünes. Höhepunkt der Sammlung ist der Brief mit der berühmten „Blauen Mauritius“. Insgesamt beläuft sich die Zahl der philatelistisch bedeutsamen Briefe auf mehrere 10.000 Exemplare.

An das Kabinett der Königin von Preußen adressierter Brief aus dem Jahr 1859, frankiert mit verschiedenen Marken des Kirchenstaates. Die „Blechdosenpost“ wurde wasserdicht verlötet vom Schiff ins Meer geworfen und mit der Strömung an den Strand der Südseeinsel Niuafoou gespült. Das „Vineta-Provisorium“ mit Aufdruck „3 PF“ von 1901 ist eine Aushilfsausgabe, hergestellt auf dem deutschen Kreuzer „Vineta“ durch Halbierung von 5-Pfennig-Marken. Der berühmte Baden-Fehldruck auf Brief, abgeschickt am 20. Juli 1851, ist heute in der Schatzkammer des Museums für Kommunikation Berlin zu sehen. Der „Eichstätt-Brief“ ist der einzige Brief, der mit einem Sechserblock des Schwarzen Einsers (Bayern MiNr. 1) frankiert ist. Er gilt als Juwel der Bayern-Philatelie.

Kontakt

Dr. Andreas Hahn

Leiter des Archivs für Philatelie Bonn
Archiv für Philatelie Bonn
Telefon: +49 (0)228 185 150
E-Mail: a.hahn*mspt.de

Dr. Andreas Hahn leitet seit 1998 das Archiv für Philatelie der Museumsstiftung am Standort Bonn. Er ist Kunsthistoriker und interessiert sich neben dem philatelistischen Wert der Sammlung auch für die kunst- und kulturhistorische Bedeutung der Sammlungsobjekte. Sein besonderes Interesse gilt den frühen Ausgaben der „Klassik“ sowie Entwurfsprozessen.


 

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