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Adressiermaschinen

Schrank zur Aufbewahrung von Druckplatten mit Adressen der Kunden des Konzerthauses Berlin, 1920er JahreAdressiermaschinen (Adrema) sind Maschinen mit denen wiederkehrende Aufschriften auf Briefumschlägen, Streifbändern sowie Eintragungen in Listen und Karten schnell, fehlerlos und deutlich in Schreibmaschinenschrift hergestellt wurden. Sie wurden ab 1914 in Postscheck- und Postzeitungsämtern, großen Fernsprech- und Postämtern sowie bei großen Unternehmen verwendet. Insbesondere beim Postscheckdienst (1909 begonnen) war die Beschriftung der Briefumschläge für den Versand der Kontoauszüge zeitaufwändig; die steigende Zahl der Kunden machte den Einsatz von Adressiermaschinen erforderlich.

Schrittweise wurde das Einsatzgebiet im Postscheckdienst auch auf Überweisungen und Zahlungsanweisungen ausgedehnt. Im Postdienst wurden insbesondere Vorbindezettel, Ladelisten, Beutelfahnen, Zeitungsverpackungsstreifen bedruckt. Auch im Telegrafendienst, Rundfunkdient sowie im Fernsprechdienst wurde die Adressiermaschine eingesetzt. Marktführer war die Firma Adrema GmbH in Berlin. In den 1950er Jahren konnten verbesserte Modelle auch zur Erstellung von Personallisten und Verzeichnissen genutzt werden.

Zu einem vollständigen Maschinensatz gehören eine Prägemaschine, die die Adresse erhaben in die Druckplatte aus Zink oder Aluminium stanzt, eine elektrische Druckmaschine mit Farbband für die gewünschte Adressübertragung und die Schränke zur Lagerung der Platten (jeweils Metallschübe mit 250 Druckplatten).

Die Museumsstiftung besitzt heute 45 Objekte aus diesem Bereich aus den 1920er bis 1970er Jahren.

Druckplatte mit geprägter Anschrift für Adressiermaschine des Staatlichen Rundfunkkomitees der DDR, um 1980 Druckplatten für Adressiermaschine des Staatlichen Rundfunkkomitees der DDR, um 1980 Adrema Druckmaschine des Konzerthauses Berlin, 1920er Jahre Manuelle Adressiermaschine (Adrema), um 1970 Manuelle Adressiermaschine, Deutsche Bundespost, Bildungszentrum Heusenstamm, 1961

Kontakt

Anke Höwing

Referentin Institutionengeschichte & Fotoarchiv Berlin
Museum für Kommunikation Berlin
Telefon: +49 (0)30 713 027 40
E-Mail: a.hoewing*mspt.de

Anke Höwing ist als Referentin im Museum für Kommunikation Berlin tätig. Sie ist für die Sammlungsbereiche Institutionengeschichte und das Fotoarchiv am Sammlungsstandort Berlin sowie den Leihverkehr zuständig.